Werkzeug für das Motorrad

Ähnlich wie beim Auto findet sich immer mehr Elektronik im Motorrad wieder. Trotzdem sind die wesentlichen Bauteile mechanisch, so dass eine Vielzahl von Wartungs- und Pflegearbeiten noch selber durchgeführt werden können. Damit dabei fachgerecht gearbeitet werden kann benötigen Sie neben etwas Geschick auch das passende Werkzeug.

Qualität lohnt sich

Wer zu bequem ist, oder einfach keine Lust darauf hat, selber Hand an das Motorrad zu legen, der sollte Arbeiten an diesem lieber einem Fachmann überlassen und die Maschine in eine Werkstatt geben. Für diejenigen die Spaß am Schrauben haben, gibt es jedoch einige Arbeiten die selber durchgeführt werden können. Dazu gehört der Ölwechsel, die Kettenspannung und viele weitere Kleinigkeiten. Neben dem Spaß den man dabei haben kann, erlangt man auch ein besseres Verständnis der vorliegenden Mechanik und spart zugleich Geld, dass man investieren müsste, wenn man die Arbeiten in der Werkstatt durchführen lassen würde.

Voraussetzung für fachgerechtes Arbeiten ist das passende Werkzeug. Wenn mit ungeeigneten Werkzeug erst einmal ein Schraubenkopf überdreht oder das Spezialgewinde einer Ölablassschraube im Aluminiumgehäuse ausgerissen wird, weiß man, dass man am falschen Ende gespart hat. Auf Billig-Werkzeug aus Fernost, das man mittlerweile in jedem Supermarkt bekommt, sollte daher verzichtet werden. Natürlich ist ein umfangreicher Knarrenkasten mit etlichen Zubehör und einem Preis von 20 Euro und weniger sehr verlockend. Allerdings ist das Werkzeug auch sehr schnell verbogen oder bricht beim Versuch, eine festsitzende Schraube zu lösen, schon mal aus. Im schlimmsten Fall ist nicht nur das Werkzeug kaputt, sondern eine Handverletzung die Folge.

Gutes Werkzeug ist nicht günstig, doch lohnt es sich  gerade bei häufiger Verwendung. Eine ausreichende Ausrüstung zur Wartung und Pflege des Motorrades, mit höherer Qualität, bekommt man schon für um die 300-400 Euro.

Welches Werkzeug wird benötigt?

Zur Basic-Ausstattung gehören in jedem Fall Kombischlüssel die auf einer Seite mit einer Gabel und auf der anderen Seite einen Ring besitzen. Sprich eine Kombination aus Gabel- und Ringschlüssel. Von Vorteil sind Ringschlüssel die einen leicht gekröpften Kopf aufweisen, da so auch Schrauben an schwer zugänglichen Stellen gelöst und fest gedreht werden können. In der Regel wird man nicht alle Größen benötigen. Trotzdem kann es nicht schaden einen kompletten Satz von 10 bis 24 Millimeter bereit zu halten.

Benötigt werden auch verschiedene Größen an Schlitz- und Kreuzschlitz-Schraubendreher oder einen Bithalter mit entsprechenden Bit-Satz. In vielen Knarrenkästen sind bereits die gängigsten Bits enthalten, so dass, wenn dieser vorhanden ist, kein separates Set beschafft werden muss. Abgerundet wird die Werkzeugausrüstung mit einem Satz Innen-Sechskant-Schlüsseln (Inbus), einer Wasserpumpen- und einer Spitzzange sowie einem Kunststoff-Hammer, der beim Lösen von Schrauben hilft. Mit diesem Werkzeug lassen sich schon gut 70 Prozent aller Arbeiten am Motorrad durchführen.

Für weitere Arbeiten empfehlen wir zusätzlich diese Werkzeuge:

  • Knarrenkasten
  • Fühlerlehre (zum Einstellen des Zündelektroden-Abstands der Zündkerze und des Ventilspiels)
  • Lötkolben + Lötzinn
  • Seitenschneider
  • Batterie-Ladegerät
  • Drehmomentschlüssel zwischen 20 und 200 Newtonmetern

Preiswerte Helfer

Preiswert und doch nützlich sind weitere Werkzeuge und Zubehör wie ein Kettennieter zum Wechseln einer verschlissenen Kette, Kettenspray, Schmierfett- und Spray, sowie Spezialkleber zur Schraubensicherung. Wer seine Hände vor Schmutz und Öl schützen möchte kann dafür einfache Einweg-Handschuhe verwenden. Zur Aufbewahrung von Schrauben und Muttern eignen sich Jogurt Becher und als Ölwanne tut es auch ein abgeschnittener Kunststoffkanister.



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