Werkzeugcheck: Der Schraubendreher

Neben dem Knarrenkasten gibt es ein weiteres Handwerkzeug zum Lösen und Festziehen welches in jeder Werkstatt zu finden ist und ohne dessen kaum eine Arbeit vollrichtet werden kann. Die Rede ist von dem allseits geliebten Schraubendreher.

Doch Schraubendreher ist nicht gleich Schraubendreher. So gibt es Ausführungen mit Schlitz-, Kreuz-, Torx-, PZ- und PH-Kopf. Und hierbei haben wir noch gar nicht alle Varianten aufgezählt. Neben den starren Schraubendreher gibt es auch Modelle bei denen der Bit-Aufsatz ausgetauscht werden kann. Diese sparen natürlich viel Platz in der Werkzeugkiste, da im Grunde nur ein Schraubendreher, mit verschiedenen Aufsätzen, mitgeführt werden muss.

Die Hauptaufgabe des Schraubendrehers ist das Ein- und Ausdrehen von Schrauben. Daneben wird er aber auch gern einmal zweckentfremdet. So eignet sich ein Schraubendreher auch als Hebel oder Keil, kann zum Öffnen von Farbdosen verwendet oder als Stecheisen eingesetzt werden.

Welche Varianten gibt es?

Dass es neben dem normalen Schlitzschraubenzieher weitere Varianten, wie Kreuzschlitz, Torx, Innen- und Außensechskant und viele mehr gibt haben wir bereits erwähnt.

Die Kreuzschlitzvariante PH (Philips) kommt vor allem bei Schrauben mit metrischem Gewinde zum Einsatz.

Bei normalen Holzschrauben dagegen setzt man zumeist auf das Kreuzschlitz-System PZ (Pozidriv). Etwas neuer auf dem Markt, aber auch schon etabliert sind sogenannte Torx-Schrauben. Diese finden ihre Anwendung zwar auch bei Holzschrauben, vorrangig allerdings in der Metall und KFZ-Branche.

Schrauben mit einem Außen und Innensechskant werden hauptsächlich bei Schrauben mit metrischen Gewinde eingesetzt. Ausnahmen gibt es bei dem Außensechskant, doch sind Holzschrauben mit solch einen Aufsatz doch eher selten.

Der Aufbau eines Schraubendrehers ist relativ simpel. Er besteht aus einem Griffstück und einer Klinge. Das Griffstück, früher bestehend aus Holz, ist heutzutage zumeist aus Kunststoff gefertigt. Um mehr Grip beim Drehen zu erhalten ist der Griff bei qualitativ hochwertigen Ausführen gummiert. Die Klinge des Schraubendrehers besteht in der Regel aus Chrom-Vanadium-Stahl. Dieser kommt auch bei den meisten Aufsätzen für den Knarrenkasten zum Einsatz.

Der richtige Aufsatz

Um eine optimale Kraftübertragung beim Aus- und Eindrehen zu erreichen muss der verwendete Bit-Aufsatz genau zu dem vorliegenden Schraubenkopf passen. Nur so ist ein höchstmöglicher Kraftschluss gewährleistet, da die Gefahr eines Abrutschens des Schraubendrehers verringert und ein Überdrehen des Schraubenkopfes vermieden wird.

Die Schlitzschraubendreher verfügen über eine konisch zulaufende Spitze. Dabei entspricht das Verhältnis von Breite und Dicke der Schneide ungefähr 1 zu 5. Die genaue Größe ist oftmals auf der Klinge oder dem Griffstück vermerkt. Die Breite der Spitzen reichen von 0,6 mm, dabei handelt es sich um Uhrmacherwerkzeug, bis hin zu 14mm. Die Größe von Bitaufsätzen für austauschbare Schraubendreher Aufsätze sind in der Größe begrenzt und reichen lediglich von 4,55 bis 8mm. Die Optimale Spitze des Schraubendrehers sitzt fest in dem Schraubenkopf und ist in der Länge ein kleines Stück kürzer als die Länge des Schlitzes.

Bei den Kreuzaufsätzen gibt es 2 verschiedene Ausführungen die gern einmal verwechselt werden. Dabei handelt es sich um die PZ und PH-Kopfvarianten. Der Unterschied bei den beiden Varianten liegt in den Spitzenwinkel und das das PZ-System 4 zusätzliche Führungsschlitze aufweist. Gerade bei der PZ-Variante ist es wichtig die richtige Schraubendreher Größe zu wählen, da andernfalls die Gefahr vom Abrutschen besteht.

Die Größe ist entscheidend

Der bereits erwähnte Torx-Antrieb besteht aus einem sternförmigen Profil das sechs zacken aufweist. Die existierenden Größen sind T10, 15, 20,27, 30 und 40. Bei den Innensechskantgrößen gibt es die Größen 2, 2,5, 3, 4, 5 und 6mm. Normale Kreuzschlitzaufsätze haben die Größen 1, 2, 3 und 4. Schraubendreher für Außensechskantschrauben gibt es in den Größen von 6 bis 13mm. Wenn die Schraubenköpfe größer sind, verwendet man normale Nussaufsätze für die Knarre oder Gabel-, Ringschlüssel.

Die wichtigsten Informationen noch einmal kurz zusammengefasst:

  • Es gibt viele verschiedene Schraubenköpfe. Für jeden Kopf gibt es den passenden Schraubenzieher (PZ, PH, Schlitz, Torx Sechskant etc.)
  • Die Klinge des Schlitzschraubendrehers sollte etwas schmaler sein als der Schlitz in der Schraube.
  • Die Klinge des Schraubendrehers sollte fest im Schlitz der Schraube sitzen. Somit vermeidet man ein Abrutschen.
  • Der Griff sollte ergonomisch geformt und im Idealfall gummiert sein.
  • Vor dem Schrauben empfiehlt sich ein Vorbohren im Werkstück.
  • Sechskantschrauben werden mir normalen Nussaufsätzen bearbeitet.
  • Innensechskantschrauben werden mit einem Stiftschlüssel bearbeitet.
  • Für schwierig zugängigen Stellen gibt es Winkelschraubendreher
  • Schraubenzieher mit magnetischer Spitze verbessern den Halt und vereinfachen das Ansetzen.
  • Für das Ein- und Ausdrehen von Haken gibt es spezielle Hakendreher.


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